Pressemitteilung: Wirtschaftssterben

Schlangen verschläft die ökonomische Zukunft.

Viele der alteingesessenen Gaststätten und Kneipen in der Gemeinde sind verschwunden. Das Wirtschaftssterben ist allgegenwärtig. Aber um diese Art der Wirtschaft geht es nicht, zumindest nicht direkt.

Im Speckgürtel der Städte Bielefeld, Detmold und insbesondere Paderborn profitiert die Gemeinde Schlangen im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen. Das Bevölkerungswachstum durch Zuzug und Geburten ist prächtig. Bau- und KiTa-Plätze gibt es zu wenig, die Schulen sind zu klein. Und die örtliche Wirtschaft? Die dümpelt vor sich hin und es wird am Status Quo festgehalten. Aussichten auf Wachstum und wirtschaftliche Diversifikation sind größtenteils Fehlanzeige. Im Bereich Wirtschaft überwiegt Stillstand in der Kommune. Dieser Stillstand hat vielschichtige Gründe, zum Teil ist er der besonderen geographischen Lage der Gemeinde geschuldet. Die naturräumlichen Gegebenheiten und die Geomorphologie bieten keine Fläche für ausgedehnte Gewerbegebiete. Um so wichtiger wäre es, unter den gegebenen Voraussetzungen das Beste herauszuholen. Denn eine intakte Wirtschaft ist auch für eine „Schlafgemeinde“ wie Schlangen existenziell wichtig.

Wirtschaftsförderung als Chefsache: In Schlangen heißt das „…ein Problem ist aufgetreten.“

Daher ist es richtig, wenn man die Wirtschaftsförderung in Schlangen zur Chefsache erklärt. So hört man es auch aus dem Rathaus. Wie sieht diese Wirtschaftsförderung im Detail aus? Besucht man die, gelinde gesagt unterirdische, Internetseite der Gemeinde und dort die Rubrik Wirtschaftsförderung, so wird man mit dem Satz „Bitte entschuldigen Sie, ein Problem ist aufgetreten!“ begrüßt. Man sollte meinen es handelt sich um ein technisches Problem, aber genau so verhält es sich mit der Wirtschaftsförderung in Schlangen: Es gibt sie nicht. Eine Diskussion um die dringend benötigte Ausweisung von Gewerbegebieten – Fehlanzeige! Regelmäßiger Dialog mit Unternehmen (z.B. Unternehmerfrühstück) – Fehlanzeige. Eine attraktive Homepage, die den Standort Schlangen angemessen bewirbt, entsprechende Printmaterialien, kluger Umgang mit und die Teilnahme an zusätzlichen Förderprogrammen, ein für das Thema Wirtschaft in der Verwaltung beschäftigter Experte – alles nicht vorhanden. Jedes Kleinstunternehmen muss jährlich mehr Finanzen für Werbung und Marketing aufbringen, als es die Wirtschaftsförderung im Haushaltsentwurf 2019 in Schlangen einnimmt. Dieser stiefmütterliche Umgang mit dem Thema Wirtschaft ist fahrlässig für die zukünftige Entwicklung.

Niemand kann erwarten, dass sich in Schlangen große Industriebetriebe ansiedeln. Aber man sollte tunlichst schauen, welche Art von Unternehmen zu den hiesigen Voraussetzungen passen und diese fördern. ITler, Dienstleistungen, Forschung und Entwicklung, Manufakturen – eben Unternehmen mit geringem Flächenbedarf. Um diese Unternehmen muss man werben. Alteingesessene Betriebe muss man bei Erweiterungen massiv unterstützen.

Tourismusförderung ist in Schlangen ein Fremdwort

Werben muss man auch mit dem, was Schlangen wirklich auszeichnet. Die Gemeinde liegt eingebettet in einem der attraktivsten Landschaftsräume Deutschlands. Die Wertschöpfung des Tourismus im Kreis Lippe wächst seit Jahren und erreicht Ausmaße die deutlich über dem Niveau eines Unternehmens Weidmüller liegen. Ausgerechnet die Gemeinde Schlangen, im Herzen des Ensembles Senne, Teutoburger Wald und Eggegebirge profitiert in keinster Weise vom Tourismus. Dabei könnte Schlangen ein Zugpferd für die touristische Entwicklung sein. Naturtouristische-, Umweltbildungs- sowie Edutainmentangebote, Premiumwanderwege oder eine Anbindung an die Hermannshöhen, Beherbergungsbetriebe und Gastronomie – vieles ist Machbar und würde den Standhort nachhaltig stärken und entwickeln. Man muss es nur anpacken, sich mutig in diese Richtung positionieren und entsprechend vermarkten. Dann profitieren alle Wirtschaftszweige. Auch die mit dem Zapfhahn.

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