Gauseköte: Britische Streitkräfte erteilen Nutzung der Sennerandstraße eine Absage

Die von Schlangen 4.0 geforderte temporäre Öffnung der Sennerandstraße als Alternativstrecke zur gesperrten Gauseköte ist für die Britischen Streitkräfte keine Option. Schlangen 4.0 sieht dennoch Möglichkeiten und dringenden Handlungsbedarf.

In einem Schreiben an Schlangen 4.0 teilt der Kommandeur der Britischen Streitkräfte Deutschland, Brigadier Clements, mit, dass eine Öffnung der Sennerandstraße nicht möglich sei, da dann Übungsaktivitäten, die bereits Monate im Voraus geplant seien, eingeschränkt werden müssten. Dies hätte Auswirkungen auf die Einsatzbereitschaft der Truppe und zudem würden erhebliche finanzielle Belastungen entstehen, die schliesslich von jemandem getragen werden müssten. Darüber hinaus weisst der Kommandeur darauf hin, dass die Strecke unbeleuchtet ist und in „hoher Lage den dunklen Wald des Teutoburger Waldes durchquert“ und daher für nichts anderes als die gelegentliche Nutzung geeignet wäre. Letztendlich unterliege die Sennerandstraße dem Senne-Abkommen, das eine Zugänglichkeit nur vorsieht, wenn keine militärischen Übungen stattfinden.

Nach Ansicht von Schlangen 4.0 kann sich die betroffene Bevölkerung sowie die Politik nicht mit dieser Antwort zufriedengeben. Bereits jetzt leiden die Pendler durch die Sperrung der Gauseköte unter enormen finanziellen Belastungen. Wie Straßen.NRW mitgeteilt hat, ist mit einer Öffnung der L937 nicht vor April zu rechnen. Bis dahin erhöht sich der wirtschaftliche Schaden für die Betroffenen weiter.

Es muss dringend hinterfragt werden, wie sich die aktuelle militärische Nutzung tatsächlich darstellt. Nicht erst seitdem bekannt wurde, dass allen Range-Control Mitarbeitern zum Ende des Jahres 2019 gekündigt ist, ist es in der Region kein Geheimnis mehr, dass aus Einsparungsgründen die Sperrzeiten der Senne deutlich zugenommen haben und das früher übliche Verfahren der Öffnung zu Kernzeiten des Berufsverkehrs aufgrund von Personalkosten quasi eingestellt wurde. Auch werden die Möglichkeiten zur Sperrung bzw. Freigabe von bestimmten Streckenabschnitten des Übungsplatzes bei lokal begrenztem Übungsbetrieb nicht angewandt.

Schlangen 4.0 fordert deutlich mehr Flexibilität und Kooperation von Seiten der Britischen Partner. Sich auf antiquierte Abkommen, die bis an das Ende des 2. Weltkriegs heranreichen, zu berufen, ist keinesfalls zeitgemäß. Nicht nur während der aktuellen Sperrung der Gausköte muss von den Britischen Streitkräften Transparenz in Sachen Übungsbetrieb, Sperr- und Öffnungszeiten sowie zu den Zukunftsplänen der militärischen Nutzung der Senne gefordert werden.

Aus Sicht von Schlangen 4.0 müssen schnellstens Rahmenbedingungen geschaffen werden, die generell für verbindliche Öffnungszeiten der Durchgangsstraßen in der Senne sorgen, vor allem in den Morgen- und Abendstunden sowie an den Wochenenden. Da die langwierige Sanierung der Gauseköte noch bevorsteht, muss man sich jetzt an einen Tisch setzen, damit die bevorstehenden Arbeiten und der Übungsbetrieb aufeinander abgestimmt werden können.

[Schreiben der Britischen Streitkräfte]

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