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Senne-Gemeinden wollen LEADER-Region werden

Als LEADER-Region Senne wollen die Kommunen Bad Lippspringe, Hövelhof und Schlangen die Zukunft des Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraums Senne gestalten. Von Januar bis März 2022 sollen unter umfassender Beteiligung der Bevölkerung Ideen, Strategien und Projekte für die Zukunft entwickelt werden. Schlangen 4.0 wird sich an dem Prozess beteiligen und auch ein eigenes Ideencamp organisieren!

Am 17. Januar 2022 fand die offizielle Auftaktveranstaltung virtuell statt. Über diesen Link könnt ihr euch die Veranstaltung weiterhin schauen.  

Nach dem ersten Aufschlag geht es diese Woche im Rahmen des weiter mit den Themenworkshops (#Natur, #Heimat und #Zukunft).

Los geht es am Donnerstag mit dem Workshop "Natur", genauer mit den Themen Umwelt, Naturerlebnis und Nachhaltigkeit (Teilnahme via Zoom: https://us02web.zoom.us/j/85383659525). Bereits am Freitag folgt das Handlungsfeld "Zukunft"(Teilnahme via Zoom: https://us02web.zoom.us/j/81769035481) und am 26. Januar steht der Themenworkshop unter dem Motto "Heimat", also um die Orte in den wir leben sowie um die Gesellschaft und deren Zusammenhalt (Teilnahme via Zoom: https://us02web.zoom.us/j/85010499596).

Projektideen können bis zum 11. Februar über die Seite www.sennehoch3.de eingereicht werden. Die Abschlussveranstaltung findet vier Tage später, also am 15. Februar, statt.

Stufenplan für eine
zukünftige Nutzung der Senne

Die Senne – und insbesondere der bislang als Truppenübungsplatz genutzte Teil – gelten als einer der bedeutendsten Hotspots für Biodiversität in der Bundesrepublik und sind ein einzigartiges Naturjuwel im Herzen Europas. Die Ansichten über eine militärische und/oder zivile Nutzung der Senne führen immer wieder zu kontroversen Diskussionen und verhärteten Positionen. Neben dem Schutz dieses einmaligen Ökosystems, mit seinen mehr als 1000 bedrohten Tier- und Pflanzenarten, sind für die Anrainerkommunen sowie die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe regionalökonomische Effekte durch den Aufbau eines naturverträglichen Tourismus im Rahmen der Ausweisung eines Großschutzgebietes zu erwarten. Die für die Region vor einigen Jahren noch spürbare Wertschöpfung durch stationierte Truppen spielt seit dem Abzug der Briten keine Rolle mehr. Der nachfolgende Stufenplan soll Möglichkeiten für eine Konversion im Einklang mit der Natur, den Menschen und der militärischen Nutzung aufzeigen.

STUFE 1

Vermarktung und breite Unterstützung des Projekts "Senne für alle Sinne" durch die Anrainerkommunen und weiterer Aufbau eines naturverträglichen Tourismus und die Umsetzung von Umweltbildungsangeboten in den zugänglichen Randbereichen des Truppenübungsplatzes Senne im Rahmen der LEADER-Region Senne (Bad Lippspringe, Hövelhof, Schlangen). Hierdurch rückt die Senneregion weiter in den Fokus und entwickelt sich zu einer wichtigen touristischen Destination und Marke in NRW. Die strikte Einhaltung der Sennevereinbarung durch die britische Standortverwaltung, um die Zugänglichkeit zur Senne für Erholungssuchende und Pendler zu gewährleisten, muss eingefordert werden. Ausnahmen von den Regelungen müssen tatsächlich die Ausnahme blieben. Bereits in dieser Phase kann sich ein lebhafter Fahrradtourismus in der Senne etablieren. Geführte Touren, z.B. durch Umweltverbände oder zertifizierte Naturführer, können regelmäßig und verlässlich angeboten werden. Dazu können beispielsweise Themenwochenenden eingeführt werden, an denen die Transitstraßen z.B. nur durch Radfahrer und Kutschen genutzt werden können.

STUFE 2

Schrittweise Beschränkung des militärischen Übungsbetriebs auf Flächen innerhalb der sogenannten "Panzerringstraße". Freigabe wenig bzw. nicht mehr genutzter Flächen für die zivile Nutzung und den Aufbau touristischer Angebote (z.B. Flächen östlich der Ringstraße im Bereich der Gemeinde Schlangen, östlich der B1 zw. Bad Lippspringe und Marienloh, etc.). Weitere Bereiche der Ringstraße sowie einige Straßen innerhalb des Truppenübungsplatzes (z.B. im Bereich Staumühle, zwischen der Tütgenmühle in Schlangen und dem Flughafen Bad Lippspringe, Lopshorner Straße, ehemalige K97, Bereich zw. Dreihügelheiligtum und Kreuzkrug) sollten ebenfalls als Transitstraßen ausgewiesen und außerhalb des Übungsbetriebs für eine zivile Nutzung (Radfahren, Inline-Skating, Kutschfahrt, etc.) geöffnet sein. Schaffung weiterer Angebote für Wanderer, Radfahrer und Reiter. Kampagnen nach britischem Vorbild (z.B. Respect the Range), die eine sichere zivile Nutzung außerhalb der Trainingszeiten auf Truppenübungsplätzen unterstützen, sollten in der Senne ebenfalls initiiert werden, um eine touristische Nutzung der Senne bei gleichzeitiger militärischer Nutzung weiter zu fördern.

STUFE 3

Weitere, kontinuierliche Reduzierung des militärischen Übungsbetriebs auf dem Truppenübungsplatze Senne. Die Bundeswehr am Standort Augustdorf nutzt für ihre Übungen weiterhin den Standortübungsplatz Stapel. Weitere bislang militärisch genutzte Bereiche werden für naturverträglichen Tourismus geöffnet. Nach britischem Vorbild kommt es zu einer Ausweisung der Senne als Großschutzgebiet (z.B. Nationale Naturerbe, UNESCO Biosphärenreservat, Nationalpark) parallel zur militärischen Nutzung. Die Natur genießt einen strengen Schutz und die Aufgabe militärischer Nutzung für sensible Naturbereiche ist anzustreben. Parallel dazu erfolgt die Entwicklung eines naturverträglichen Wege- und Schutzzonenkonzeptes unter Berücksichtigung verschiedener Interessengruppen (Tourismus, Umweltbildung, Forstwirtschaft, etc.).

STUFE 4

Völlige Aufgabe der militärischen Nutzung auf dem Truppenübungsplatz Senne. Es folgt der weitere Ausbau von touristischen und Umweltbildungsangeboten. Die Marke "Senne" kann sich als Zugpferd für die nationale und internationale Vermarktung der (Gesundheits-)Region Ostwestfalen-Lippe mit Teutoburger Wald und Eggegebirge weiter etablieren und schärfen. Der Standortübungsplatze Stapel bleibt für den Bundeswehrstandort Augustdorf erhalten.