Stufenplan für eine
zukünftige Nutzung der Senne

Die Senne – und insbesondere der bislang als Truppenübungsplatz genutzte Teil – gelten als einer der bedeutendsten Hotspots für Biodiversität in der Bundesrepublik und sind ein einzigartiges Naturjuwel im Herzen Europas. U.a. mit dem Projekt „Senne für alle Sinne“ zeigen sich die Potentiale für eine Konversion und nachhaltige Entwicklung der Senne. Neben dem Schutz dieses einmaligen Ökosystems, mit seinen mehr als 1000 bedrohten Tier- und Pflanzenarten, sind für die Anrainerkommunen sowie die gesamte Region Ostwestfalen-Lippe regionalökonomische Effekte durch einen naturverträglichen Tourismus im Rahmen der Ausweisung eines Großschutzgebietes zu erwarten. Der nachfolgende Stufenplan soll Möglichkeiten für eine Konversion im Einklang mit der Natur, den Menschen und der militärischen Nutzung aufzeigen.

STUFE 1

Unterstützung und Vermarktung des Projekts "Senne für alle Sinne" durch die Anrainerkommunen und weiterer Aufbau eines naturverträglichen Tourismus und die Umsetzung von Umweltbildungsangeboten in den zugänglichen Randbereichen des Truppenübungsplatzes Senne. Hierdurch rückt die Senneregion weiter in den Fokus und entwickelt sich zur touristischen Destination und Marke in NRW. Forderung nach einer strikten Einhaltung der Sennevereinbarung durch die britische Standortverwaltung, um die Zugänglichkeit zur Senne für die Bevölkerung zu gewährleisten. Bereits in dieser Phase kann sich ein lebhafter Fahrradtourismus in der Senne etablieren. Geführte Touren der Umweltverbände können regelmäßig und verlässlich angeboten werden. Einführung von Themenwochenenden, an denen die Transitstraßen z.B. nur für Radfahrer und Kutschen genutzt werden können. 

STUFE 2

Schrittweise Einschränkung des militärischen Übungsbetriebs auf Flächen innerhalb der sogenannten "Panzerringstraße". Freigabe wenig bzw. nicht mehr genutzter Flächen für die zivile Nutzung und den Aufbau touristischer Angebote (z.B. Flächen östlich der Ringstraße im Bereich der Gemeinde Schlangen). Weitere Bereiche der Ringstraße sowie einige Straßen innerhalb des Truppenübungsplatzes (z.B. im Bereich Staumühle, zwischen der Tütgenmühle in Schlangen und dem Flughafen Bad Lippspringe, Lopshorner Straße, ehemalige K97, Bereich zw. Dreihügelheiligtum und Kreuzkrug) sollten ebenfalls als Transitstraßen ausgewiesen und außerhalb des Übungsbetriebs für eine zivile Nutzung (Radfahren, Inline Skating, Kutschfahrt, etc.) geöffnet sein. Schaffung weiterer Angebote für Wanderer, Radfahrer und Reiter. Kampagnen nach Vorbild der British Army (z.B. Respect the Range) werden initiiert und fördern eine touristische Nutzung der Senne bei gleichzeitiger militärischer Nutzung.

STUFE 3

Kontinuierliche Reduzierung des militärischen Übungsbetriebs. Die Bundeswehr am Standort Augustdorf nutzt für ihre Übungen den Standortübungsplatz Stapel. Weitere bislang militärisch genutzte Bereiche werden für naturverträglichen Tourismus geöffnet. Nach britischen Vorbild kommt es zu einer Ausweisung der Senne als Großschutzgebiet (z.B. UNESCO Biosphärenreservat, Nationalpark) parallel zur militärischen Nutzung. Strenger Schutz und Aufgabe militärischer Nutzung für sensible Naturbereiche. Entwicklung eines naturverträglichen Wege- und Schutzzonenkonzeptes.

STUFE 4

Völlige Aufgabe der militärischen Nutzung der Senne. Weiterer Ausbau der touristischen und der Umweltbildungsangebote. "Nationalpark Senne" als Zugpferd für die Region Ostwestfalen-Lippe mit Teutoburger Wald und Eggegebirge. Erhalt des Standortübungsplatzes Stapel für den Bundeswehrstandort Augustdorf.